Austausch zur Pflegeinnovation

Die Fachgruppe Pflege des Staatsministeriums zu Besuch am Campus GaPa

Die Fachgruppe Pflege des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege hat in dieser Woche das Campusprojekt in Garmisch-Partenkirchen besucht.
Gemeinsam mit Dr. Bernhard Opolony, dem Leiter der Abteilung Pflege und verantwortlich für Reformen und Weiterentwicklungen im Pflegebereich, reiste das gesamte Team an – mit dem Ziel, Fortschritte direkt vor Ort zu erleben und den Austausch mit den Projektpartnern zu vertiefen. Bei dem Treffen mit der TUM, der Caritas und LongLeif standen die innovativen Bausteine des Campus im Mittelpunkt.

Ein erster Einblick in diese Entwicklungen bot sich den Besuchern im TUM-Forschungszentrum Geriatronik. Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten erhielten sie u.a. Einblicke in die Testwohnungen. Anschließend zeigte das Forschungsteam verschiedene Live-Demonstrationen – besonders die Exosuits stießen dabei auf großes Interesse und wurden von zahlreichen Besuchern selbst erprobt.

Professor Dr. Alexander König gab den Besuchern zudem Einblicke in zentrale Forschungsprojekte des Standorts und stellte dabei die Arbeiten rund um die Assistenzroboter GARMI 1.0 sowie GARMI 1.1 vor. Dabei zeigte er auf, wie Robotik, KI und digitale Technologien künftig Pflegekräfte unterstützen und gleichzeitig die Selbstständigkeit älterer Menschen stärken können.

„Unser Ziel ist es, Technologien zu entwickeln, die Pflegekräfte spürbar entlasten und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen verbessern“, erklärte König. „Der Campus bietet dafür eine besondere Umgebung, weil hier Forschung, Pflegepraxis und Ausbildung direkt zusammenkommen.“

 

„Unser Ziel ist es, Technologien zu entwickeln, die Pflegekräfte spürbar entlasten und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen verbessern.“

Dr. Alexander König
Professor an der TU München

 

Bildung anders gedacht

Für Birgitta Greilinger, die das neue Bildungszentrum am Campus entwickelt, war der Besuch „eine gute Gelegenheit, die Besonderheiten der Berufsfachschule für Pflegeberufe vorzustellen“. Neben dem Einbezug von Entwicklungsthemen sei besonders das didaktische Konzept von Bedeutung:

„Wir gehen neue Wege und setzen auf eigenverantwortliches, selbstbestimmtes und praxisnahes Lernen.“

Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Caritas machten im Termin deutlich, dass die Pflegebranche dringend gut qualifizierte und eigenverantwortlich handelnde Fachkräfte braucht.

 

Innovationen für die Pflegepraxis

Bernhard Becker, neuer Leiter des Hauses St. Vinzenz in Garmisch-Partenkirchen, nahm wertvolle Einblicke aus dem Austausch mit:

„Für mich war es ein deutlicher Wissenszuwachs – besonders, was die Grundlagenforschung und die spätere Übertragung in die Praxis angeht. Genau hier stellte ich mir oft die Frage: Wann können wir das selbst nutzen?“

Den größten unmittelbaren Nutzen sieht Becker aktuell in der Assistenzrobotik rund um Garmi und Garmi 1.1 – insbesondere in den Bereichen Logistik, Transfer, Service, Reinigung sowie in Arztkommunikation und präventiver Diagnostik: „Damit lassen sich Krankenhauseinweisungen vermeiden.“  

Ute Engelmann, Projektkoordinatorin am Campus, begleitet die Entwicklung und den Bau des Pflegezentrums, das von der Caritas am Campus etabliert wird und betont in diesem Kontext:

„Wir wollen die Seniorinnen und Senioren durch den Standort am Campus in die Mitte der Gesellschaft holen.“

 

Praxisnahe Einblicke bei LongLeif

Zum Abschluss besuchte die Gruppe die Räumlichkeiten von LongLeif im LEIFHEIT-Servicezentrum. Die Testwohnungen boten einen Eindruck davon, welche technischen Hilfsmittel heute schon verfügbar sind, um Menschen mit Einschränkungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen.

Der Termin erwies sich für die Kolleg/-innen aus dem Ministerium wie auch für die Mitarbeitenden der Caritas als fachlich äußerst wertvoll und impulsgebend für zukünftige Projekte. Die Basis für ein starkes Netzwerk ist gelegt.